Balanced Scorecard: Wissen, wer was wie macht
Viele Unternehmen nutzen eine Balanced Scorecard schon. Denn die Vorteile dieses Managementinstruments sind vielfältig: Durch jederzeit verfügbare Kennzahlen wird ein Höchstmaß an Transparenz im Unternehmen geschaffen - es wird deutlich, wer was wie macht.
Besonders interessant ist dies für den Mittelstand: Die Einführung einer Balanced Scorecard gilt als Nachweis von Managementkompetenz und erleichtert Dritten die Einschätzung des Geschäftsplans. Insbesondere Banken werden dies bei ihren Ratings im Rahmen der Umsetzung von Basel II verstärkt honorieren.
Die Balanced Scorecard folgt dem Leistungsprinzip - und zwar nicht nur bei den Mitarbeitern, sondern auch bei der Geschäftsleitung. Damit sich die Beteiligten allerdings nicht übermäßig kontrolliert fühlen, sollte die Balanced Scorecard auch als Kommunikations- und Motivations-Instrument begriffen werden. Zum Beispiel, um hierdurch praktische Erfahrungen der Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit direkt in strategische Planungsprozesse umsetzen zu können.
Die Einführung einer Balanced Scorecard gliedert sich in drei Phasen. In Phase eins werden - ausgehend von der Unternehmensstrategie - die Kernprozesse des Unternehmens betrachtet und deren Abbildung im bestehenden Berichtswesen geprüft. In Phase zwei werden innerhalb von zwei bis drei Workshops dann die Erfolgsfaktoren aus der Unternehmensstrategie abgeleitet und auf Ursache-Wirkungs-Beziehungen untersucht, um strategische Zusammenhänge aufzudecken. Anschließend wird für jeden kritischen Erfolgsfaktor eine Kennzahl definiert und diese mit einem Ist- und einem Zielwert versehen. Zum Abschluss der Phase zwei werden dann Maßnahmen bestimmt, welche die Umsetzung der kritischen Erfolgsfaktoren gewährleisten können. Wichtig: An den Workshops nehmen alle Entscheidungsträger des Bereichs teil, für den die Balanced Scorecard entwickelt wird.
Zur Einführung der Balanced Scorecard im Unternehmen - der dritten Phase - wird sie in der EDV abgebildet und in den vorhandenen Planungsprozess integriert. "Das bestehende Berichtswesen sollte dabei an die Balanced Scorecard angepasst werden, damit kein unliebsames Schattencontrolling entsteht". Ebenfalls wichtig: Die Balanced Scorecard ist ein dynamisches System. Sie muss daher so angelegt werden, dass sie an veränderte interne und externe Bedingungen anpassbar ist.
Das erforderliche Vertrauen in ein innovatives Managementinstrument wie die Balanced Scorecard kann jedoch nur entstehen, wenn alle Beteiligten sich in den Entwicklungsprozess einbringen können. Weniger ist dabei aber häufig mehr: Die Ausgewogenheit der Kennzahlen - denn hierfür steht letztlich der Begriff der Balanced Scorecard - darf so etwa nicht dazu führen, dass das Berichtswesen kompliziert und unübersichtlich wird. Als Faustregel gilt: Jede Balanced Scorecard mit mehr als 20 Kennzahlen ist zu komplex. Zudem ist eine zeit- und kostenintensive Abbildung der Balanced Scorecard durch IT-Systeme nicht immer sinnvoll. Vielfach reicht eine einfache Excel-Lösung aus.




