Business Angels
Geld und Know-how von Privatinvestoren - „Business Angels“ genannt - können insbesondere bei neuen unternehmerischen Projekten eine wertvolle Hilfe sein. Und auch zur Verbesserung der Finanzierungsstrukturen. Was in den USA schon lange Tradition hat, setzt sich daher auch hierzulande jetzt durch.
Denn die Business Angels unterstützen Unternehmen nicht nur mit Kapital. Zugleich geben sie dem Management Handreichung und eröffnen über ihre Netzwerke oft auch Zugang zu neuen Kunden und Lieferanten.
Gern engagieren sich Business Angels, um neuen unternehmerischen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. Dies können sowohl neue Produkte als auch Dienstleistungen oder eine Verknüpfung davon sein. Typisch ist für ein Engagement dabei eine intensive Beschäftigung und auch Identifizierung mit dem Projekt. Als Gegenleistung für ihr nicht unerhebliches finanzielles Risiko, lassen sich Business Angels zumeist direkt am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen.
Die gängige Kapitalüberlassung durch Business Angels geschieht durch stille Beteiligungen, partiarische Darlehen oder die Emission von Genussrechtskapital. Gerade junge und wachstumsstarke Unternehmen können hierdurch ihre Bonität gegenüber Banken durch eine verbesserte Bilanzstruktur stärken. Denn: Unter bestimmten Bedingungen werden auf diese Weise überlassene Finanzmittel als Eigenkapital bewertet - dennoch können Vergütungen an die Business Angels - Vorteil Nummer zwei - steuerlich abzugsfähig sein.
Gekoppelt ist dies aber an eine Reihe sehr konkreter Voraussetzungen im Steuerrecht. Professor Winkeljohann, Leiter des Bereichs Mittelstand und Vorstand bei PricewaterhouseCoopers, warnt: „Wird nur eine davon nicht erfüllt, entfallen die beschriebenen Vorteile zumeist. Hier lohnt sich eine steuerliche Beratung daher unbedingt.“
In Form eines so genannten Reportings verlangen Business Angels regelmäßige Informationen zur strategischen Positionierung und Weiterentwicklung des Unternehmens, unterlegt mit mittel- und langfristigen Finanzkennzahlen. Unternehmen müssen deshalb ihre internen Berichts- und Steuerungsprozesse den Reporting-Anforderungen des Business Angels anpassen. Und zwar sowohl um Kapital einzuwerben als auch während der späteren Zusammenarbeit.
Für die Renditeforderungen der Eigenkapitalgeber gilt die Höhe sowie zu erwartende Stabilität des Cashflows als Indikator. Und die Form der Kapitalüberlassung. Direkte Beteiligungen tragen das volle unternehmerische Risiko und führen entsprechend zu höheren Anforderungen. Bei Mischformen aus Eigen- und Fremdkapital, so genannten Mezzanine-Instrumenten, reduziert sich jedoch das Risiko und entsprechend der Preis der Kapitalüberlassung.
Die Rendite aus direkten Beteiligungen speist sich im Normalfall aus der Wertsteigerung zwischen An- und Verkauf. Eine laufende Verzinsung erfolgt nicht. Dagegen besteht die Rendite bei Mezzanine-Instrumenten aus einer Basisverzinsung zuzüglich einer erfolgsabhängigen Sonderverzinsung oder Gewinnbeteiligung. Von Nachrangdarlehen über Genussrechte bis hin zur Vorzugsaktie sind dabei sehr unterschiedliche Rendite- und Risikostrukturierungen möglich.





