Cloud Computing - das Unternehmen in der Wolke
Eine Wolke ist eigentlich nicht gerade das, wo solide Unternehmen des Mittelstands hin wollen. Eine Wolke ist nicht greifbar, eine Wolke kann sich schnell auflösen, sie ist einfach nicht so handfest, wie es tradierte Unternehmerdenke verlangt. Und doch: Die Wolke (engl.: Cloud) ist eine große Chance für Unternehmen, Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und Flexibilität zu erhöhen.
Immerhin nutzt schon jeder siebte Mittelständler Cloud Computing (http://www.computerwoche.de/management/cloud-computing/2351747/), bei Großunternehmen sollen es deutlich mehr sein. Insgesamt, so fand IDC im Auftrag von Microsoft heraus, will jedes dritte Unternehmen in den kommenden zwei Jahren Cloud-Dienste nutzen (http://www.searchsoftware.de/cloudservices/technologien/articles/311394/). Kein Wunder, dass das Thema wie ein Heilsbringer der IT-Branche durch die Messe- und Kongresshallen getragen wird.
Dabei ist Cloud Computing eigentlich nichts Neues und schon gar nichts Exotisches mehr. Wikipedia definiert Cloud Computing als Ansatz, „IT-Infrastrukturen (...) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen.“ Schon vor vielen Jahren waren Client-Server-Lösungen Buzz-Themen auf den IT-Messen der Welt und meinten im Kern nichts anderes. Allein die explosionsartige Verbreitung des Internets in allen möglichen Bereichen hat dem Phänomen neuen Antrieb gegeben. Ganz einfach gesagt: Alles, was sie mit ihrem Browser steuern, ist im Grunde eine Cloud-Anwendung. Und gerade im Privatbereich haben sich sehr populäre Dienste etabliert wie Dropbox (Speicherplatz), Flickr (Bilder), Evernote (Notizen) oder Basecamp (Teamarbeit). Google Apps (Office-Anwendungen und mehr) und Apples MobileMe (Kalender, Mail, Kontakte) stehen da schon an der Schwelle zur professionellen Nutzung.
Es ist ja auch als Vorstellung zu schön: Unternehmen müssen sich keine sündhaft teuren Serverschränke mehr leisten, die gewartet, geschützt und allzu schnell wieder ersetzt werden müssen, steht ja alles in der Wolke. Die Software muss nicht zigfach im Unternehmen installiert und viel zu oft upgedatet werden, Lizenzen müssen nicht mehr teuer erkauft und verwaltet werden, kommt ja alles aus der Wolke, immer auf dem neuesten Stand für alle. Mit anderen Worten: Ein Anbieter stellt die nötige Infrastruktur extern bereit, die Nutzung durch das Unternehmen erfolgt dynamisch, flexibel und nutzungsgenau abgerechnet. Alles was es dazu braucht: Eine dicke und stabile Datenleitung. Tatsächlich?
Gehen wir es mal nicht zu technisch an und verlieren wir uns nicht in Spezifikationen. Es braucht gewisse technische Voraussetzungen, klar, geschenkt. Doch was viel wesentlicher ist: Es braucht ganz bestimmte mentale Voraussetzungen, nämlich den Mut, konsequent outzusourcen. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum der Mittelstand in dieser Entwicklung den Konzernen hinterherhinkt: Mittelständische Unternehmer sind vorsichtiger, schließlich liegt hier die Verantwortung in der Regel näher bei den handelnden Personen.
Dabei ist der Aufstieg in die Wolke eigentlich nichts anderes, als das erfolgreich und unverdächtig praktizierte Outsourcen. Und die allermeisten haben damit lange Erfahrung: Die Rechtsabteilung liegt bei einer Anwaltskanzlei und die Buchhaltung oder Steuerberatung bei einem entsprechenden Büro des Vertrauens – das mit hoher Wahrscheinlichkeit übrigens über die DATEV längst einen Dienst in der Wolke nutzt. Bei diesen überaus kritischen Dienstleistungen funktioniert das hervorragend. Nun ist eben die IT-Struktur an der Reihe. Und nicht nur das, denn es geht ja nicht nur darum, in einem Rechenzentrum des Vertrauens Festplatten anzumieten, auf denen Firmendateien gelagert und von überall aufgerufen werden können. Viel spannender und mit ungleich größerer Wertschöpfung ist es doch, Services, Anwendungen und auch Dienstleistungen in die Cloud zu legen.
Dank Cloud Computing können Unternehmen auf Dienste zurückgreifen, die sie sich alleine gar nicht leisten könnten. Wenn beispielsweise ein Anbieter für die Fuhrparkverwaltung in die Cloud geht, profitieren alle Nutzer von der großen Zahl und erhalten Konditionen, die ansonsten Konzernen vorbehalten sind.
Bleibt die Sicherheit: Interessanterweise ist dieser Aspekt Antrieb und Hemmschuh zugleich. Denn einerseits ermöglicht die Cloud den Betrieb von Anwendungen auf einem Niveau, das sich kleine und mittlere Unternehmen sonst praktisch kaum leisten können. Andererseits machen sich die Entscheider berechtigterweise Gedanken (oder gar Sorgen), wo ihre Daten liegen, wer darauf Zugriff hat, ob der Weg dorthin geschützt und stabil ist und wie es mit der Speichersicherheit aussieht.
Dabei kann man sicher keinem Mittelständler raten, auf Speicherdienste irgendwo auf der Welt zu setzen – das ist auch gar nicht notwendig. Es gibt hierzulande sehr solide Anbieter, die hochperformante Rechenzentren betreiben, die entsprechende Kapazitäten zu fairen Preisen anbieten – und die im schlimmsten Falle der hiesigen Justiz unterworfen sind.
Fazit:
Dienste und Services aus der Cloud reduzieren die Gesamtkosten, erhöhen die Qualität, optimieren Prozesse und lassen sich sehr gut kalkulieren. Dem gegenüber stehen Risiken der Verfügbarkeit, der geringen Anpassbarkeit und der herausfordernden Integration in die bestehende IT-Landschaft.
Cloud Computing und vor allem intelligente Dienste, die sich dieser Technologie bedienen, sind eine Riesenchance für clevere Unternehmen, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, wenn sie geplant und integriert eingesetzt werden!
Autoren-Profil: André Maschmann ist Geschäftsführer von global office. Der Absolvent der Hamburger Wirtschaftsakademie war vorher im Marketing für die Lebenmittelbranche tätig. Zusammen mit Erik Krömer gründete er 2008 global office als Premium-Anbieter im Bereich virtueller Office-Dienstleistungen. Binnen kurzer Zeit konnte global office über Franchising an rund 20 Standorten bundesweit Präsenzen eröffnen. Mehr zu den Leistungen und Tarifen auch unter www.global-office.de.




