Erkennen Sie gute Leistungen auch finanziell an!
Obwohl das Stichwort "leistungsgerechte Bezahlung" in aller Munde ist, entspricht doch die Entlohnungs- und Belohnungspraxis vieler Unternehmen keineswegs diesem Grundprinzip.
Gar nicht wenige schneiden die Gehälter ausschließlich auf Länge der Firmenzugehörigkeit und Position zu - oder es bekommen gar die am meisten, die am lautesten schreien. Und das sind nicht zwangsläufig auch die Engagiertesten und Besten.
Wichtig: Die Gehaltsstruktur muss fair sein!
Wenn Sie den Grundsatz "Leistung lohnt sich!" propagieren, ist es sehr wichtig, dass Sie ihn auch tatsächlich befolgen. Am besten versetzen Sie sich mal in die Lage eines Mitarbeiters: Bestimmt würde es sich negativ auf Ihre Motivation und Ihren Einsatz auswirken, wenn Sie merken, dass weniger stark engagierte Kollegen das gleiche Gehalt bekommen wie Sie - oder gar mehr, oder? Ganz besonders dann natürlich, wenn gerechte Entlohnung zur Firmenphilosophie gehört.
Anerkennung von besonderen Leistungen muss übrigens nicht jedes Mal in Form einer Gehaltserhöhung erfolgen. Es gibt viele alternative Möglichkeiten, wie beispielsweise Fortbildungsmaßnahmen, Incentivereisen, Gutscheine usw. Aber es ist wichtig, dass die allgemeine Gehaltsstruktur fair und nachvollziehbar ist.
Hier ein paar Anregungen, worauf es ankommt:
- Es ist von grundlegender Bedeutung, dass Sie die Leistung Ihrer Mitarbeiter auch tatsächlich richtig einschätzen und beurteilen können. Sonst fällt es Ihnen sehr schwer, gute Leistungen auch wirklich zu erkennen und angemessen zu honorieren.
Schaffen Sie einen organisatorischen Rahmen dafür: genaue Jobdescriptions und regelmäßige formelle Ziel- und Beurteilungsgespräche. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihren Mitarbeitern und machen Sie sich regelmäßig ein Bild davon, wie engagiert und erfolgreich sie ihre Aufgaben erledigen. - Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können oder wollen!
Es ist äußerst demotivierend und kontraproduktiv, wenn Vorgesetzte als Belohnung für besondere Leistungen beispielsweise die Teilnahme an einem tollen Fortbildungskurs in Aussicht stellen, dieses Versprechen aber nie eingelöst wird. - Betrachten Sie Gehaltserhöhungen nicht als "Holschuld", sondern belohnen Sie Ihre Leute von sich aus und "freiwillig" für gute Leistungen!
Gerade die besten Mitarbeiter sind oft sehr selbstkritisch und scheuen sich, um mehr Gehalt zu bitten. Riskieren Sie nicht, Ihre engagiertesten Leute vor den Kopf zu stoßen oder zu verlieren, weil Sie entweder deren Leistung zu wenig sehen oder an der falschen Stelle sparen wollen.
Auch wenn Geld bei weitem nicht alles ist, so wirken sich doch eine unfaire Gehaltstruktur und/oder Zurückhaltung in Sachen materielle Belohnung fast immer sehr demotivierend aus - zumindest auf die Dauer. Wenn Sie langfristig engagierte und leistungsstarke Mitarbeiter haben möchten, dann lohnt es sich, gute Leistungen wahrzunehmen, ihnen Respekt zu zollen und sie auch finanziell angemessen zu belohnen.
über die Autorin:
Christine Öttl ist Coach, Trainerin und Buchautorin (u. a. „Unschlagbar durch gutes Teamwork. Praktische Tipps für den Erfolg der Gruppe“, bw Verlag). Davor war sie viele Jahre als Managerin in einem internationalen Medienkonzern tätig. Seit 1999 führt sie - gemeinsam mit Gitte Härter - das Münchener Unternehmen objektiv. Coaching und Training für Business & Karriere. www.selbstmarketing.de




