Geld vom Staat: So nutzen Sie Fördermittel
Kaum zu glauben aber wahr: Nach wie vor gibt es für Unternehmen Fördermittel – aber sie werden nicht genutzt. Viele Unternehmen, die investieren, verschenken damit bares Geld. mittelstandscoach.de zeigt Ihnen, wie Sie an günstiges Geld kommen.
Nachfolger vorhanden, aber kein Geld?
Häufig haben Inhaber von Unternehmen keine extra Altersabsicherung. Sie sind also darauf angewiesen, dass sie beim Übergang in den Ruhestand ihr Unternehmen verkaufen können. Dies gilt auch dann, wenn der eigene Nachwuchs das Ruder übernimmt. Wenn diesem das Geld dafür fehlt, sollten Sie bei ihrer Landesförderbank nach Fördermitteln für Übernahmen fragen. Meist ist die Voraussetzung dafür, dass Arbeitsplätze erhalten oder geschaffen werden. Die Unterstützung gibt es auch meist dann, wenn der Übernehmer nicht aus der eigenen Familie kommt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Sie einen fähigen Mitarbeiter ohne größeres Eigenkapital als Nachfolger einarbeiten möchten.
Finanzieren Sie Ihr Wachstum
Möchten Sie nach Jahres des Sparens wieder in Maschinen und die Entwicklung neuer Produkte investieren? Hier greifen Förderprogramme der KfW-Mittelstandsbank, die oft über die Landesförderbanken ausgegeben werden. So gibt die L-Bank Baden-Württemberg Kredite bis maximal 2 Millionen Euro aus. Damit können bis zu 100 Prozent von Sachinvestitionen und des Betriebsmittelbedarfs finanziert werden. Die Konditionen sind dabei günstig: Bei einem Zinzsatz von 3,5 Prozent und einer Laufzeit von 10 Jahren gibt es auch noch zusätzlich die Möglichkeit, dass eine Bürgschaft in Höhe von 40 Prozent erteilt wird. Damit sind Sie auch dann kreditwürdig, wenn Ihnen ansonsten die Sicherheiten fehlen. Günstig ist auch, dass die ersten beiden Jahre tilgungsfrei bleiben, so dass Sie die Rückzahlung zumindest teilweise schon aus dem „Return on Investment“ bezahlen können.
Nutzen Sie stille Beteiligungen
Sicher haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, einen Investor an Ihrem Unternehmen zu beteiligen. Damit stärken Sie das Eigenkapital, können eventuell eine drohende Überschuldung abwenden und neue Investitionen finanzieren. Die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der Bundesländer (MBG) unterstützen mit „typischen stillen Beteiligungen“ die Finanzierung von Investitionen in Anlage- und zum Teil Umlaufvermögen. Die Renditeerwartungen sind im Verhältnis zu den häufig großen Erwartungen von privaten Risikokapitalgebern moderat: So hat die MBG Niedersachsen für kleinere Unternehmen ein Sonderprogramm mit stillen Beteiligungen bis 250.000 Euro entwickelt, für das in den ersten drei Jahren mit 5,5 Prozent pro Jahr fest bezahlt werden muss. Bis zu zwei Prozent kommen ergebnisabhängig hinzu. Ferner wird ein einmaliges Bearbeitungsentgelt berechnet.
Zinsgünstige Darlehen für langfristige
Investitionen
Viele Investitionen in Maschinen und Gebäude sind langfristiger Natur und sollten auch mit langfristigen Krediten abgesichert werden. Dazu bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit seinem Programm „Kapital für Arbeit und Investitionen“. Darlehen bis zu zwei Millionen Euro können bis zu 100 Prozent der Investitionskosten decken. Je nach Bonität Ihres Unternehmens gibt es unterschiedliche Zinssätze: Je besser Ihre Sicherheiten sind, desto günstiger wird der Kredit. Voraussetzung für eine Erteilung ist, dass die Investitionen wirklich langfristig angelegt sind und mit ihnen Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.
Bürgschaften statt Sicherheiten
Wenn die Hausbank keinen Kredit vergeben will, weil die Sicherheiten fehlen, helfen oft die Bürgschaftsbanken. Sie sichern häufig bis zu 80 Prozent der Kreditsumme ab, so dass die Hausbanken dann bereit sind, das Restrisiko von 20 Prozent zu tragen. Im Prinzip helfen Bürgschaftsbanken in allen Fällen, in denen auch Förderbanken in Frage kommen. So werden Übernahmen, Gründungen und Wachstumsfinanzierung mit Sicherheiten abgesichert. So übernimmt die Bürgschaftsbank Sachsen GmbH bei Wachstumsfinanzierungen die Bürgschaft von 60 Prozent von Krediten bis höchstens 750.000 Euro.
Darauf müssen Sie achten
Um an Fördermittel heranzukommen, benötigt man häufig einen langen Atem. Hier ein paar Tipps, wie Sie schneller an Ihr Geld kommen.
- In fast allen Fällen gilt das sogenannte „Hausbankprinzip“. Das heißt, Ihr erster Ansprechpartner ist Ihre Bank, mit der Sie über den Kredit verhandeln. Nur in seltenen Fällen, die meist extra beschrieben sind, können Sie sich direkt an das Förderinstitut wenden.
- Fragen Sie bei Ihrer Hausbank stets aktiv nach Fördermöglichkeiten. Häufig haben die Bankberater nämlich kein großes Interesse daran, weil sie lieber eigene Finanzprodukte verkaufen möchten.
- Nehmen Sie die Beratungsangebote der Förderinstitute wahr. So gibt es meist Beratungstage, Hotlines und die Möglichkeit, dass ein Fördermittelberater Sie direkt vor Ort besucht.
- Stellen Sie bei Ihren Projekten stets dar, wie Ihr Investitionsprojekt Arbeitsplätze sichert oder schafft. Denn das ist meist eine der Voraussetzungen für eine Förderung.
- Als Stolperstein erweist sich für manche Firma das Finanzamt: Sie müssen in der Regel eine Bescheinigung vorlegen, dass Sie Ihre Steuern bisher pünktlich bezahlt haben. Sollten Sie hier Zweifel haben, sprechen Sie mit Ihrem Ansprechpartner beim Finanzamt, ob es hier Probleme geben könnte.
- Neben dem Zugang zu Geld bieten viele Fördermittel-Institute auch Kontakte und Know-how an. Nutzen Sie diese kostenlosen Angebote, denn es kann sich lohnen. Denn es gibt zahlreiche Fördermittelprogramme, die sich kombinieren lassen.
- Voraussetzung für die meisten Programme ist, dass Sie mit den Investitionen noch nicht angefangen haben. Deshalb sollten Sie, auch wenn es schwer fällt, bis zum endgültigen Bescheid warten. Vergeben Sie auf keinen Fall vorab Aufträge an Lieferanten oder Dienstleister, denn wird das später bekannt, kann dies zur nachträglichen Annullierung der Förderung führen.
Adressen von Förderinstituten
Bürgschaftsbanken
- Bürgschaftsbank Baden-Württemberg GmbH
Tel. 0711 16456, www.buergschaftsbank.de - Bayerische Garantiegesellschaft mbH für Mittelständische Beteiligungen
Tel.089 219825-41, www.baybg.de. - Kredit-Garantiegemeinschaft des bayerischen Handwerks GmbH
Tel.089 545857-0, www.kgg-handwerk.de - Kreditgarantiegemeinschaft für den Handel in Bayern GmbH
Tel. 089 551181-37, www.kgg-handel.de - BBB Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH
Tel. 030 311004-0, www.buergschaftsbank-berlin.de - Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH
Tel. 0331 6496-30, www.bb-brbg.de - Bürgschaftsbank Bremen GmbH
Tel. 0421 3352-33, www.buergschaftsbank-bremen.de - Bürgschaftsbank des bremischen Handwerks GmbH
Tel. 0421 30500-310, www.hwk-bremen.de - Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg GmbH
Tel. 040 611700-0, www.@bg-hamburg.de - Bürgschaftsbank Hessen GmbH
Tel. 0611 1507-0, www.bb-h.de - Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern GmbH
Tel. 0385 3955-50, www.buergschaftsbank-mv.de - Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB) GmbH
Tel. 0511 3370-50, www.nbb-hannover.de - Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen GmbH
Tel. 02131 5107-0, www.bb-nrw.de - Kredit-Garantiegemeinschaft des rheinland-pfälzischen Handwerks GmbH
Tel. 0631 367718-9, www.hwk-pfalz.de - Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) GmbH
Tel. 06131 98-50, www.isb.rlp.de - Bürgschaftsgesellschaft des saarländischen Handwerks mbH
Tel. 0681 3033-0, www.bghw-saar.de - Bürgschaftsbank Saarland GmbH
Tel. 0681 303311-8, www.bbs-saar.de - Bürgschaftsbank Sachsen GmbH
Tel. 0351 4409-0, www.bbs-sachsen.de - Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt GmbH
Tel. 0391 7375-20, www.bb-sachsen-anhalt.de - Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein GmbH
Tel. 0431 5938-0, www.buergschaftsbank-sh.de - Bürgschaftsbank Thüringen GmbH
Tel. 0361 2135-0, www.bb-thueringen.de - Bürgschaftsbank für Sozialwirtschaft GmbH
Tel. 0221 921601-0, www.bbfs.de
Landesförderbanken
- Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank)
Tel. 0721 150-0,www.l-bank.de - Niedersächsische Landestreuhandstelle für
Wirtschaftsförderung
Tel. 0511 36158-19, www.lts-nds.de - Bayerische Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA)
Tel. 089 2124-0, www.lfa.de - NRW.BANK
Tel. 0211 826-09, www.nrwbank.de/ - Investitionsbank Berlin
Tel. 030 21250, www.investitionsbank.de - Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB)
Tel. 06131 985-0, www.isb.rlp.de - Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)
Tel. 0331 660-0, www.ilb.de - Wirtschaftsförderung Hessen Investitionsbank AG (IBH), 069 133850-0
www.ibh-hessen.de - Saarländische Inverstitionskreditbank AG (SIKB)
Tel. 0681 3033-0, www.sikb.de - Sächsische Aufbaubank GmbH
Tel. 0351 4910-0, www.sab.sachsen.de - Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern
Tel. 0385 6363-0, www.lfi-mv.de - Landesförderinstitut Sachsen-Anhalt
Tel. 0391 589-1745, www.lfi-lsa.de - Inverstitionsbank Schleswig-Holstein
Tel. 0431 900-3333, www.ibank-sh.de - Thüringer Aufbaubank
Tel. 0361 7447-0, www.aufbaubank.de
Beteiligungsgesellschaften
Bundesverband
Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e. V.
Tel. 030 306982–0, www.bvk-ev.de
BUSINESSPLAN
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