Interview in den Medien vergeigen – leicht gemacht!
"Oh Schreck! Barbarians at the gate!" Medienvertreter sind im Anmarsch und wollen ein Interview, und zwar von Ihnen. Naja, denen werden Sie’s schon zeigen! Wie Sie erfolgreich jeden Medientermin vergeigen – hier steht’s.
Gehen Sie davon aus, dass Sie den Medienfuzzie sowieso nie wiedersehen
Sie brauchen also keine Rücksichten auf eine langfristige Gespräch nicht wieder unter die Augen treten können – was soll’s!
Beantworten Sie alle Anfragen selber
Wenn Sie im Unternehmen eine Presseabteilung haben, leiten Sie die Anfrage bloß nicht weiter. Die PR-Heinis haben sowieso alle einen Stich. Reden Sie lieber selber mit den Medienfuzzies und denken Sie sich während des Redens einfach irgendwas aus.
Bereiten Sie sich bloß nicht vor
Wenn Sie absehen können, dass in kürze eine Reihe von Medienanfragen eingehen, lassen Sie sich ja nicht einfallen, ein Statement vorzubereiten. Nehmen Sie auch keinesfalls an einem Medientraining teil. Wenn Sie in kritischen Projekten mit Öffentlichkeitswirksamkeit tätig sind, benennen Sie keinesfalls ein Krisenmanagementteam und machen Sie auch keinen Krisenplan.
Erkundigen Sie sich niemals nach dem Ziel des Interviews
Medienleute haben meistens einen Anlass für ein Interview. Erkundigen Sie sich aber besser nicht zu Beginn des Interviews, worauf es hinauslaufen soll – das wirkt viel lässiger. Schon gar nicht sollten Sie Ihren Ansprechpartner fragen, wie Sie ihn in seinem Anliegen unterstützen können. Im übrigen ist es auch egal, ob der Medienfuzzie Ihre Firma, Ihren Namen und Ihre Position richtig erfasst hat, deshalb sollten Sie ihm diese Information auch niemals
schriftlich zustecken.
Schiessen Sie aus der Hüfte
Wenn Sie eine Frage als provozierend wahrnehmen, wäre es eine Weichei-Strategie, erst bis fünf zu zählen, bevor Sie antworten. Nein – antworten Sie aus dem Affekt, am besten mit inoffiziellen Kommentaren. Scheuen Sie keine Auseinandersetzung. Bitte auch keine diplomatischen Antworten geben, wie z.B.: „Darauf werden wir bald in aller Ausführlichkeit antworten.“
Antworten Sie auf alle Fragen gründlichst
Falls Sie vom Medienfuzzie vorab einen Waschzettel der Fragen erhalten, kommen Sie bloß nicht auf die Idee, sich die bevorzugten Fragen herauszusuchen. Beantworten Sie am besten alle Fragen aufs Tiefste und Detaillierteste. Besonders gut kommt das, wenn Sie auch noch viele Fachausdrücke oder Dialekt benutzen.
Besser lügen, als etwas nicht zu wissen
Wenn Sie auf eine Frage keine Antwort haben, geben Sie das bloß nicht zu! Bieten Sie auch nicht an, die Antwort so schnell wie möglich herauszufinden. Wenn Sie bestimmte Informationen nicht weitergeben können, sagen auch nicht, warum. Fabulieren Sie einfach ins Blaue hinein.
Stephan Meyer
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