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Rating: die Fragen des Mittelständlers an seine Banken

Rating ist heute Banken-Alltag im Rahmen der von der Bankenaufsicht geforderten Risikoklassifizierung jedes Kreditnehmers. Rating ist leider noch nicht Alltag in der Kommunikation zwischen Firmenkunde und Bank. Die KfW-Unternehmensbefragung 2008 zeigt deutliche Defizite in der Kommunikation und fordert Mittelständler wie Banken zu aktiverem Austausch auf.

Da das Ratingergebnis wichtige Grundlage ist für die Entscheidung der Bank, ob sie Kredit geben will, und wenn ja, zu welchen Konditionen, sind die Mittelständler gefordert, selber aktiv zu werden.

Folgende Fragen sollte der Mittelständler an seine Banken und Sparkassen richten:


 

  • Welche Fragen / Faktoren werden im Ratingverfahren bewertet?
  • Welches ist meine Ratingnote?
  • Was bedeutet diese Note auf der Skala der Bank bezüglich Kreditbereitschaft und Konditionen?
  • Welche Ausfallwahrscheinlichkeit steht hinter der Ratingnote? Nur auf dieser Basis können die Noten verschiedener Banken verglichen werden.
  • Welche Stärken und Schwächen sieht die Bank als Ergebnis des Rating im Unternehmen?

Alleine die Fragen verdeutlichen, warum dies „Chefaufgabe“ und nicht delegierbar ist – auch nicht an den Steuerberater, der im kleineren Mittelstand nicht auch noch für das Ratingthema verantwortlich gemacht werden kann.Dabei sollte der Mittelständler folgende Sichtweise wählen: Rating mache ich nicht „für die Bank“, sondern für mich: ich nutze den Fragenkatalog der Ratingsysteme für meine eigene Stärken-Schwächen-Analyse. Auf dieser Basis stelle ich dann den Banken alle Informationen zur Verfügung, damit diese mein Unternehmen „angemessen“ beurteilen können. Parallel nutze ich die Erkenntnisse aus der eigenen Analyse, um meine Stärken im Markt noch besser auszuspielen und die wettbewerbsrelevanten Schwächen zu reduzieren.Damit ist eine gute Basis für das Gespräch mit der Bank geschaffen. Dazu ergänzend: manche Banken/Sparkassen geben sich relativ „reserviert“ was die Information über die Ratingnote und weitere Details angeht. Alle deutschen Kreditinstitute haben im Rahmen der IFD (Initiative Finanzstandort Deutschland) die Selbstverpflichtung übernommen, die Kunden über die Ratingnote zu informieren. Schließlich sollte es im Rahmen einer vertrauensvollen Kunde-Bank-Beziehung selbstverständlich sein, sich offen über dieses Thema auszutauschen.

Unser Autor war 20 Jahre lang im Bankgeschäft tätig, zuletzt als Vorstand einer Volksbank. Seit 1998 unterstützt er als UnternehmerBerater Mittelständler bei der kaufmännischen Unternehmensführung. Im KMU-Berater-Verband leitet er die Fachgruppe Finanzierung-Rating und mit einem Kollegen den KMU-Berater-Pool-MinD.


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