Zeitbombe Vermögensübertragung
In den kommenden fünf Jahren steht allein in rund 400.000 deutschen Familienunternehmen ein Generationswechsel an. Statistiken zeigen aber, dass nur etwa fünf Prozent von ihnen bis in die dritte Generation fortbestehen. Grund ist häufig eine fehlgeschlagene Unternehmensnachfolge. Sie ist jedoch unerlässlich, um den Fortbestand und das Vermögen von Familienunternehmen zu sichern.
So verlangen die Kreditvergaberichtlinien der Banken nach Basel II heute bereits die rechtzeitige und fundierte Regelung der Unternehmensnachfolge und -führung: Fehlen Vollmachten für den Fall, dass die bisherige Unternehmensführung etwa durch Krankheit ausfällt, schlägt sich dies unmittelbar in einem reduzierten Kreditrahmen nieder. Rechtliche Bedingungen eines Unternehmertestamentes spielen ebenfalls eine Rolle: Ist eine Übertragung auf den vorgesehenen Nachfolger überhaupt möglich, oder stehen dem zum Beispiel Regelungen im Gesellschaftsvertrag entgegen? Außerdem können die Pflichtteilsansprüche weichender Erben zu plötzlichen Liquiditätsabflüssen und finanziellen Engpässen der gesamten Firma führen.
Güterstandsvereinbarung mit dem Ehegatten (Zugewinnausgleichsansprüche) gehören schließlich ebenfalls zur ganzheitlichen Planung einer Unternehmensnachfolge.
Auch ist Vorsorge für mögliche Erbschaft- und Schenkungssteuern im Zusammenhang mit der Unternehmensnachfolge zu treffen. Das Problem: Stille Reserven im Unternehmen können durch eine falsche testamentarische Gestaltung oder Erbauseinandersetzung aufgedeckt werden, so dass zusätzlich ertragsteuerliche Belastungen für das Unternehmen entstehen.
Vorausschauende Unternehmer vermeiden Fehler in der Nachfolgeplanung durch rechtzeitige Entscheidungen. Einbezogen darin werden die Familien und Mitgesellschafter. Gerade wenn Forderungen nicht am Unternehmen interessierter Erben eine Rolle spielen, ist eine Lösung erfahrungsgemäß indes kaum ohne die Beratung externer Experten möglich.
Mit der Nachfolgeplanung ist zudem so rechtzeitig zu beginnen dass das Unternehmen auf den Wechsel in der Unternehmensleitung und der Nachfolger auf seine Aufgabe hinreichend vorbereitet werden können.




